Die schnelle (Notfall) Landung kann in kürzester Zeit in unwegsamen Gelände oder auch in unterschiedlichen klimatischen Regionen stattinden. Daher werden die Teams der Soyuz-Raumfahrzeuge ausgebildet, nach einer Landung im Ozean, in der Wüste, im Gebirge und Eis-/Winterregionen zu überleben, bis das Rettungsteam nach maximal 36 Stunden eintrifft.
Während der verschiedenen Survival Trainings üben die Mannschaften, internationaler Herkunft, diese Notfälle in den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen. Die Crews werden ausgebildet, am Ort der Landung auszuhalten und zu überleben!
Preliminary Training:
Das Preliminary Training wird in Star City im GCTC durchgeführt. Es beinhaltet folgende Aktivitäten:
- Theoretisches und praktisches Training des tragbaren Survival Kits (HA 3) "Granat-6" (Zweck, Aufbau, Hauptaufgaben, funktionsfähige Anleitungen, Sicherheitsmassnahmen) - 4 Stunden
- Theoritisches Training über das Überleben in Wüsten im Sommer und medizinische Aspekte des Überlebens in der Wüste - 4 Stunden
- Praktisches Training über die Ablage der Komponenten und die Benutzung der verschiedenen Dinge des tragbaren Survival Kits "Granat 6" im Descent Modul (CA) und Umkleiden im Descent Modul - 2 Stunden
Pre-autonomus Training:
Das Pre-Autonomus Training findet in Baikonur/Kasachstan unter echten Wüsten-Bedingungen statt und beinhaltet folgende Aktivitäten :
- Errichten und Fixierung einer Notunterkunft mit Hilfe des Bremsfallschirms
- Herstellung eines Rucksacks mit Hilfe von Stoff des Bremsfallschirms und Komponenten des Survival Kits �Granat 6�
- Benutzung der Funksprechanlage und der Signalpistole (Ausrüstung Survival-Kit Granat-6)
- Schießübungen mit der Pistole TP-82 (Bestandteil des Survival-Kit´s Granat-6)
- Dauer des Trainings: 8 Stunden
Autonomus Training:
Das Training wird in der Wüste mit den Crewteilnehmern, je nach Missionsvorgabe, unter realen Bedingungen durchgeführt.
Dauer des Autonomus Training: 48 Stunden.
Sicherheitsaspekte während des Trainings:
Um die Sicherheit der Trainingsteilnehmer während des Autonomus Training gewährleisten zu können, wird Folgendes sicher gestellt:
- Der Leiter des Prüfteams und der Leiter des medizinischen Begleitteams, legt den Platz für die Lagerentwicklung, sowie den Ort des autonomen Trainings unter epedemiologischen Aspekten fest.
- Die Kosmonauten und die Prüfmannschaftsmitglieder werden über die Ereignisreihenfolge, die Richtlinien und Sicherheitsmassnahmen während des Trainings angewiesen und unterrichtet.
- 24 stündige medizinische Überwachung ist während des Trainings im Basiscamp vor Ort.
- Der medizinische Service des Krankenhauses in Baikonur wird während des gesamten Trainings in eine höhere Alarmstufe versetzt.
- Notfallausrüstung wird im Basiscamp bereitgestellt, auch ein Rettungshubschrauber ist 24 Stunden am Tag in Bereitschaft.
- Ein Ingenieur und ein Arzt pro Mitglied halten sich im Basiscamp auf und sind mit den Kosmonauten und Trainingsteilnehmern via Funk verbunden.
- Der Leiter des Bergungs- und Rettungsteams mit seiner Mannschaft, ist im Basiscamp vor Ort und ständig in Bereitschaft.
Medizinische Überwachung während des Trainings:
Der Kosmonaut und andere Trainingsteilnehmer, besitzen ein medizinisches Zertifikat über ihren Gesundheitsstatus. Dieses Zertifikat berechtigt den Teilnehmer für das Training.
- Vor dem Training durchläuft der Teilnehmer eine ärztliche Grunduntersuchung, die wiederum den Teilnehmer zum Training zulässt.
- In vorgegebenen Zeiten wird der Teilnehmer und seine Crewkameraden via Funk aufgefordert, über seinen Gesundheitsszustand Meldung zu machen.
- Nach dem Training durchläuft der Teilnehmer eine medizinische Nachuntersuchung, um seinen Allgemeinzustand festzustellen.
Wetterbedingungen:
Die Wetterbedingungen in Baikonur (Kasachstan) sind unvorhersehbar. Normalerweise sind die Tage sehr heiss (über 52 Grad im Schatten) und in der Nacht fallen die Temperaturen rapide ab (8 - 12 Grad). Die Wüste ist sehr trocken. In den 48 Stunden kann das Wetter umschlagen. Regen ist nicht zu erwarten, jedoch können Sandstürme auftreten, die Atmung und Sicht behindern können.